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Unser Sport im Überblick

Tischfußball

Tischfußball oder Kickern (regional auch Kickerkasten) ist eine Sportart, die auf einem Spielgerät gespielt wird, das häufig in Gaststätten aufgestellt ist und bei dem man mit um die Mitte drehbaren Fußballspielerfiguren (aus Holz, Kunststoff oder Metall) an Griffstangen versucht, eine oft vorgegebene Anzahl von Bällen (meist aus Kunststoff, aber auch Kork, Urethan etc.) ins gegnerische Tor zu schießen (= kicken).

Neben dem Amüsement für Amateure hat sich seit vielen Jahren eine regelrechte Spielerszene entwickelt, die Turniere austragen oder auch in Ligen organisiert sind.

Geschichte des Tischfußballs

Man geht davon aus, dass der erste Tischfußballtisch (in Europa) von dem Franzosen Lucien Rosengart (* 1880, † 1976) entwickelt wurde. Lucien Rosengart war damals ein Mitarbeiter des Automobilherstellers Citroën. In Anlehnung an diesen „Urtisch“ (bei dem die Stangen noch an den Kopfenden waren) baute die schweizerische Firma „Kicker“, sesshaft in Genf, ihre Tische. Die Tische waren in der Schweiz, in Deutschland und Belgien so beliebt, dass das Wort „Kicker“ zum Synonym für Tischfußball wurde. Das erste Patent auf einen Kickertisch sicherte sich der Spanier Alejandro Finisterre (* 1919, † 2007) im Jahre 1937.

Eine andere Theorie besagt, dass Tischfußball dazu verwendet wurde, um die Hand-Augenkoordination von verletzten Soldaten zu rehabilitieren.

"Belegbare Patente weisen einen Engländer als Erfinder des Tischfussballs aus."
Belegbare Patente weisen einen Engländer als Erfinder des Tischfussballs aus. Harold S. Thornton meldete am 14. Oktober 1922 ein Gerät mit Drehstangen beim Patenamt an. Sogar der grobe Aufbau des Urtisches entspricht den heutigen Tischen. Allerdings dauerte es weitere 30 Jahre bis sich das Handspiel auch in Deutschland etablierte. Erst im Jahre 1967 wurde die erste Deutsche Meisterschaft durch eine Initiative der Bildzeitung ausgetragen. Zwei Jahre später wurde der DTFB gegründet.


Sportliche Organisationen

Deutschland
Die Tischfußballspieler sind in Deutschland in der P4P (Player for Players) und im DTFB (Deutscher Tischfußball-Bund) organisiert. Regelmäßig werden von beiden Organisationen Turniere und Meisterschaften bzw. Ligabetrieb ausgetragen. Dabei ist der DTFB der Dachverband der deutschen Landesverbände die ähnlich wie im Fußball organisiert sind. Sein momentanes Hauptziel ist, Tischfußball als Sportart anerkennen zu lassen und neben dem Spitzensport auch den Breitensport und Jugendsport zu fördern. P4P dagegen veranstaltet eine jährliche Turnierserie, die dank der Preisgelder auch internationale Topspieler anzieht. Anders als im Fußball kann hier auch ein Newcomer gegen die Weltelite spielen.
"Der Dachverband der Länderverbände ist die ITSF (International Table Soccer Federation)."



International
Der Dachverband der Länderverbände ist die ITSF (International Table Soccer Federation). Er organisiert regelmäßig Weltmeisterschaften und hat sich zum Ziel gesetzt, das „Kickern“ olympisch zu machen. Auf diesem Wege wird ebenfalls die Kommerzialisierung des Sports vorangetrieben. Um diese Ziele zu ermöglichen hat der ITSF eine Reihe von Statuten entworfen. So ist eine, und wohl die wichtigste, alle gängigen Tische auf einen Nenner zu erweitern. Dadurch wird es Möglich sein, die Leistungen der einzelnen Spieler direkt und unabhängig vom Tisch zu vergleichen. Derzeit gibt es fünf offiziell zugelassene Tische.

Österreich
In Österreich ist der Tischfussballbund Österreich (TFBÖ) für die Organisation des TFB Sports zuständig. Gespielt wird üblicherweise auf dem Garlando Tisch, der seit 2002 immer weiter an internationale Tische angenähert wird.


Regeln

Die wichtigsten Regeln im Turnierbereich
Je nach zugehörigen Verband oder Organisation unterscheiden sich die Regeln in kleinen Details.

  • Gespielt werden meistens 2 Gewinnsätze bis 6 Tore, in der Verliererrunde aber auch schon mal nur 1 Satz bis 7.
  • Die Mannschaft, gegen die das letzte Tor erzielt wurde, erhält das Recht den Ball einzuwerfen, wobei eine Beeinflussung des Balles (anschneiden) erlaubt ist.
  • Es ist nicht erlaubt, die Figuren vor und nach dem Ballkontakt beim Schuss um mehr als 360 Grad zu drehen.
    Drehen der Stange ohne Ballkontakt ist zwar nicht verboten, kann aber als Ablenkung gewertet werden.
  • Übermäßige Gewalt (am Tisch rütteln oder mit den Figuren anstoßen) ist ebenfalls nicht erlaubt.
  • Beim Schuss müssen beide Hände immer am Griff bleiben.
  • Tore mit der Mittelreihe sind erlaubt, auch gleich nach dem Einwurf.
  • Jeder Ball der hinter die Torlinie gebracht wurde, zählt als Treffer.
  • 1-Mann-Pässe sind beim Passen des Balles von der 2er auf die 5er und von 5er auf die 3er-Stange nicht erlaubt. Der Ball muss, nachdem er kontrolliert bzw. eingeklemmt wurde, immer mit einer anderen Figur durchgepasst werden.
  • Absichtlich gequetschte Pässe sind verboten.
  • Jede Mannschaft hat pro Satz zwei Time-Outs à 30 Sekunden.


Typische Kneipenregeln
Anzumerken ist, dass auf dem Kneipenniveau die Regeln regional und international unterschiedlich variiert werden.

  • Früher wurde üblicherweise bis 6 gespielt, da die meisten Automaten 11 Bälle auswarfen. So konnten 6 Tore nicht mehr eingeholt werden (maximales Ergebnis wäre 6:5). Vielerorts gibt es auch Automaten die nur 9 Bälle auswerfen. Bei fortgeschrittenen Spielern und höherrangigen Turnieren wird generell nur bis 5 gespielt.
  • Die Forder-Regel (in vielen Kneipen angewandt): Derjenige, der (zusammen mit einem Partner) Kicker spielen möchte, während schon zwei andere Teams spielen, kann fordern. Dies geschieht, indem man den Einwurfpreis von neuen Bällen auf den Kicker legt (in Deutschland meist ein 50 Cent-Stück), auf den Tisch klopft oder auch mündlich seinen Wunsch zu spielen ausdrückt („Wir fordern!“). Die neu an den Tisch getretene Mannschaft muss das Geld nachwerfen, sobald die noch vorhandenen Bälle verspielt sind. In der Regel gibt das Verliererteam seinen Platz an das fordernde Team ab.
  • Bei einigen SpielerInnen sind Torschüsse von der Mittelstange geächtet (auch „betonieren“,„schweißen“ und „holzen“ genannt). Gelegentlich wird auch vereinbart, dass diese nicht zählen (auch „französisch“ genannt, da nach französischen Kneipenregeln Mittelreihenschüsse generell verboten sind). Andere Varianten erkennen solche Tore nur dann nicht an, wenn sie direkt nach einem Anstoß erfolgen.
  • Neben der Einwurfregel wird auch oft mit Anspiel gespielt (auch „Abgabe“, „Anstoß“ oder „Fair Play“ genannt). Dabei wird der Ball z. B. durch eine Ecke ins Spiel gebracht, so dass die Mannschaft im Ballbesitz ist, gegen die das Tor gefallen ist.


Die wichtigsten Schüsse und Techniken

Die meisten Spieler versuchen den Ball zwischen Tischplatte und dem Fuß der Figur (auch Puppe genannt) einzuklemmen (vor bzw. hinter der Figur) und ihn dadurch unter Kontrolle zu bringen. Diese Technik wird oft als „soccern“ bezeichnet. Daher rühren auch diverse Tischnamen.

Diese Positionen (hinten bzw. vorne eingeklemmt) sind die Ausgangspunkte für eine Vielzahl von Schüssen.

  • Der Pin-shot ist der gebräuchlichste Schuss (auch European Pinshot). Der Ball wird mit der mittleren Figur der Stürmerreihe (auch 3er-Reihe oder auch nur 3 genannt) vorne oder hinten eingeklemmt und schnell nach Rechts oder Links gezogen, um am Verteidiger vorbei zu kommen. Dabei beschreibt die Figur einen Bogen Rechts um den Ball herum. Sobald der Ball auf einer Höhe mit der Puppe steht, lässt man diese nach vorne schnellen und schießt damit den Ball geradeaus ins Tor. Geübte Spieler sind in der Lage, diesen Schuss so schnell auszuführen, dass dem Gegenspieler keine Zeit zum Reagieren bleibt. Durch Variation der Länge der Zugbewegung (kurz bzw. lang ziehen) oder der Richtung (schieben statt ziehen) wird diese Technik noch effizienter.
"Diese Technik wird oft als „soccern“ bezeichnet. Daher rühren auch diverse Tischnamen."
  • Sehr effizient ist der Zieher oder auch Pull-shot. Dabei wird der Ball abgelegt, der Fuß der Puppe neben den Ball gesetzt, und dann durch anschieben/ziehen in eine Richtung beschleunigt. Die Schussbewegung selbst erfolgt durch das Handgelenk. Auf anderen Tischen – wie z. B. dem amerikanischen Tornado oder dem Leonhart Turniersieger (Puppen mit schmalen Füßen) – ist der Zieher einer der beliebtesten Schüsse. Analog dazu gibt es ebenfalls den Push-Shot oder Schieber.
  • Bandenschüsse sind prinzipiell von jeder Position aus spielbar. Dabei wird der Ball von der Figur sehr weit außen getroffen (meist mit der Fußkante), was dazu führt, dass der Ball schräg beschleunigt wird. Trifft man den Ball im richtigen Winkel, wird er zunächst gegen eine der Banden und anschließend ins gegnerische Tor treffen. Am häufigsten wird diese Technik von der 2er-Stange des Verteidigers aus eingesetzt.
  • Abquetscher werden wegen der Schussbahn auch „Bananen“ genannt. Für den Abquetscher wird der Ball mit dem Fuß der Puppe hinten eingeklemmt (aber nicht so weit hinten wie beim Pin-shot) und anschließend durch Druck auf den Ball, mit einer gleichzeitigen seitlichen Bewegung, nach vorne gedrückt bzw. gequetscht. Durch die seitliche Bewegung bekommt der Ball einen Effet, der die Schussbahn krümmt. Dieser Schuss ist eher ein Trickshot und wird auf Turnieren nur selten gespielt.
  • Schuss mit Überschlag oder auch „Jet“ oder „Snake“ genannt ist ein anderer, bei Spielern sehr beliebter Schuss. Dabei wird der Ball vorne eingeklemmt und durch eine schnelle Seitwärtsbewegung an eine ungedeckte Position gebracht. Anstatt nun die Figur direkt hinter den Ball zu bewegen, auszuholen und zu schießen, wird sie einfach nach hinten „überschlagen“. Allerdings ist es sehr wichtig, den Spieler nach dem Ballkontakt abzustoppen, um die oben erwähnte 360-Grad-Regel nicht zu brechen. Dazu ist es nützlich, vor dem Schuss, den Griff genau an der Handbeuge einzuklemmen, und dann die Hand (Affenklammer) schnell nach oben zu ziehen. Dadurch führt die Stange genau eine Drehung durch. Üblicherweise wird dieser Schuss als Jet, Snake Shot oder Monkey Shot bezeichnet. Bei manchen Spielern genießt er einen ähnlich schlechten Ruf wie Schüsse von der Mittelreihe. „Snake“ ist bezeichnenderweise der Name des abgebrühten Profi-Kickers aus dem Kult-Film Absolute Giganten von Sebastian Schipper. Angeblich wurde der „Jet“ vom Deutschen Hans-Friedrich Kircher erfunden.
  • Der Pass von 5 auf 3 ist im Turnierbereich der oftmals entscheidende Spielzug. Prinzipiell ist der Pass durch jede Lücke der gegnerischen Fünferreihe möglich. Es haben sich allerdings zwei Pässe etabliert. Zum einen der Pass „zur Bande hin“ und zum anderen der „Schrägpass“ oder auch „von der Bande weg“. Bei beiden Pässen ist die Ausgangsposition die zweite Figur an der Bande. Der Pass selbst wird meistens als „Brushpass“ ausgeführt. Dabei wird der Ball mit der Vorderseite des Fußes angeschnitten. Durch den Drall läuft der Ball entweder an der Bande entlang ohne abzuprallen, oder schräg in Richtung Tor.

Hilfsmittel

  • Griffbänder sind ein beliebtes Hilfsmittel um das Abrutschen der Hände von den Griffen zu verhindern. Die eingesetzten Griffbänder sind die gleichen wie beim Tennis. Sie werden um die Griffe gewickelt und am Ende mit einem Gummi fixiert.
  • Fingerlinge auch Griffgummis genannt, werden ebenfalls gerne benutzt um den Halt an den Griffen zu verbessern. Dazu werden die Fingerlinge über die Griffe gestülpt.
  • Handschuhe werden häufig in Verbindung mit den Fingerlingen eingesetzt. Beliebt sind insbesondere Golf- und Baseballhandschuhe.
  • Silikonöl, Möbelpolitur oder auch Silikonspray lässt die Stangen besser gleiten und erleichtert dadurch die schnelle Ausführung der Schusstechniken.
  • Magnesiumoxid wird wie in der Leichtathletik, um störenden Handschweiß zu beseitigen, verwendet. Wurde aber früher auch vor allem dazu benutzt, um dem Ball und dem Spielfeld den benötigten Grip zu verleihen.

Tischtypen

Generelles Kennzeichen der unten genannten Tische ist, dass es immer eine Version mit Münzgerät gibt. Sogenannte Ebay-Modelle findet man hier nicht.

Bezeichnung: Leonhart u. Löwen Soccer
Hersteller: Leonhart Betriebs GmbH [http://www.leonhart.de][http://www.loewen.de]
Ursprung: Deutschland 
Merkmale: Vollstangen, Soccer
Verband: keiner

Bezeichnung: Turniersieger
Hersteller: Leonhart Betriebs GmbH
Ursprung: Deutschland
Merkmale: Hohlstangen, Puppen mit schmalen Füßen, Zieher und Schieber
Verband: keiner

Bezeichnung: Deutscher Meister
Hersteller: Automatenbau Förster
Ursprung: Deutschland
Merkmale: Hohlstangen, Holz- und PVCpuppen
Verband: keiner

Bezeichnung: Leo Soccer
Hersteller: Leonhart Betriebs GmbH
Ursprung: Deutschland
Merkmale: Hohlstangen, baugleich Tecball, alle Techniken
Verband: DTFB

Bezeichnung: Tecball
Hersteller: Tecball GmbH [http://www.tecball.com]
Ursprung: Deutschland
Merkmale: Hohlstangen, baugleich Leo Soccer, alle Techniken
Verband: ITSF,DTFB

Bezeichnung: P4P-Tisch
Hersteller: Lehmacher [http://www.tischfussball.com]
Ursprung: Deutschland
Merkmale: Hohlstangen, vorwiegend Soccer aber auch alle anderen Techniken
Verband: P4P e.V.

Bezeichnung: Garlando WORLD CHAMPION
Hersteller: Garlando [http://www.garlando.it]
Ursprung: Österreich,Italien
Merkmale: Hohlstangen, Glasplatte, vorwiegend Jet, Zieher und Schieber
Verband: ITSF,TFBÖ

Bezeichnung: Tornado
Hersteller: Valley-Dynamo [http://www.valley-dynamo.com]
Ursprung: USA
Merkmale: Hohlstangen, gesplintete und austarierte Puppen, Zieher und Schieber
Verband: ITSF,USTSF

Bezeichnung: Bonzine B90
Hersteller: Baby-foot Bonzini [http://www.bonzini.com]
Ursprung: Frankreich
Merkmale: Teleskopstangen, abschraubbare Griffe, alle Techniken
Verband: ITSF

Bezeichnung: Roberto Sport PRO WINNER
Hersteller: Roberto Sport [http://www.robertosport.it]
Ursprung: Italien
Merkmale: Teleskopstangen, ähnelt dem Garlando, alle Techniken.
Verband: ITSF

Bezeichnung: Tischfußballspiel-Saar
Hersteller: Paulus Tischfußballspiele [http://www.tischfussballspiel-saar.de]
Ursprung: Deutschland
Merkmale: Teleskopstangen, Metallfiguren
Verband: keiner

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Unser Verein spielt auf ITSF-Recognized Tournament-Tischen der Firma Leonhart.

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Präzision, Langlebigkeit und hochwertige Materialien sprechen für sich, weswegen diese Tische auch auf bundesweiten und internationalen Events eingesetzt werden.

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